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    Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz

    Interkulturelle Kompetenz

    Kernkompetenz des 21. Jahrhunderts

    Globalisierung und Internationalisierung haben unsere Lebenswelt kulturell pluralisiert.

    Wir werden heute in vielen Lebenssituationen mit komplexen globalen Phänomenen konfrontiert. Angesichts von wachsender Multikulturalität begegnen wir nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland immer wieder Herausforderungen, die durch unterschiedliche kulturelle Faktoren geprägt sind. Migration, die Genderdebatte oder das Zusammenleben der Generationen können hier als Beispiele genannt werden.  

    Diese Aufgaben sind im zwischenmenschlichen Zusammenleben auf verschiedenen gesellschaftlichen, institutionellen und privaten Ebenen zu lösen. Spätestens im 21. Jahrhundert ist daher ein kompetenter Umgang mit kultureller Komplexität und Heterogenität nicht mehr aus Beruf und Alltag wegzudenken.

     

    Kultur - ein mehrdimensionales Phänomen

    Kulturelle Unterschiede beschränken sich dabei nicht nur auf Nationalkulturen und deren folkloristischen Gebräuche. Kultur bildet sich auch innerhalb von Gesellschaften - zum Beispiel in Form von Jugendkultur, Fankultur, Generation, Unternehmenskultur oder Popkultur. Darüber hinaus betrifft Kultur nicht nur Sichtbares wie Architektur und Literatur, Essens- und Kleidungsvorlieben, sondern ebenso Sprache, Gestik, Verhaltens- und Umgangsformen, handlungsleitende Werte und Normen, Religion und Weltanschauung sowie Weltdeutung und vieles mehr.

    Diese Vielfalt kultureller Erscheinungen ist eine unschätzbare Ressource für menschliches Miteinander, für Innovation und Bildungsmöglichkeiten. Zugleich birgt sie Potential für Missverständnisse zwischen Menschen, die unterschiedliche kulturelle Prägungen erfahren haben.

    Jeder Mensch sieht die eigene Umwelt, Mitmenschen und auch sich selbst durch die Brille der eigenen kulturellen Sozialisation. Damit können unsere Worte und unser Handeln von Personen verschiedener Kulturkreise völlig unterschiedlich interpretiert werden. Ob interkulturelle Interaktion glückt, hängt in großem Maße vom interkulturellen Verständnis und den interkulturellen Kompetenzen der Beteiligten ab.

    Interkulturelle Kompetenzen - ein komplexes Bildungsziel

    Interkulturelle Kompetenzen lassen sich nicht in einem einzigen Training an zwei Nachmittagen erlernen. Vielmehr umfassen interkulturelle Kompetenzen verschiedene Dimensionen der Persönlichkeitsentwicklung sowie interkulturelles Wissen, Sensibilität und Handlungskompetenz.

    Wissen über die Kulturabhängigkeit des eigenen und fremden Denkens und Verhaltens, Kenntnisse kultureller Grundbegriffe sowie die Reflexion eigener kultureller Prägungen sind demnach genauso Teil einer interkulturellen Kompetenz wie stets aktualisierte Informationen über andere Kulturen und globale Phänomene.

    Wesentliche Komponente einer interkulturellen Kompetenz ist zudem die emotionale Bereitschaft, sich immer wieder auf Neues und vor allem auf die Individualität anderer Personen einzulassen und sich mit fremden Kulturen auseinanderzusetzen. Offenheit, Toleranz, Selbstreflexion und eine angemessene und effektive Kommunikations- und Handlungsfähigkeit sind hierbei Eckpfeiler einer interkulturellen Handlungskompetenz.

     

    Interkulturelle Rahmenbedingungen - Gesellschaft und Institutionen

    Schließlich ist neben der persönlichen auch die gesellschaftliche und institutionelle Ebene von Bedeutung: Interkulturelle Kompetenz entsteht leichter im Umfeld entsprechender struktureller Rahmenbedingungen - oder wird umgekehrt durch ungünstige Rahmenbedingungen verhindert. Die Fähigkeit zu kompetentem Umgang mit Interkulturalität wird auch Institutionen und Gesellschaften zugeschrieben. Fragen, wie die nach dem Umgang einer Gesellschaft mit Multikulturalität oder dem Diversity Management einer Institution, sind daher ebenso von Bedeutung wie individuelle Dispositionen.

    GSiK- Das Lehrprogramm für interkulturelle Kompetenz

    GSiK möchte dazu beitragen, Studierende durch das Angebot eines interdisziplinären und vielseitigen Lehrprogramms für interkulturelle und globale Phänomene zu sensibilisieren und so die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zur kreativen Problemlösung sowie grundlegende soziale und kommunikative Kompetenzen zu fördern.

    Dabei trägt GSiK der beschriebenen Komplexität durch die Vielzahl der Projektbeteiligten und Blickwinkel sowie durch die Integration anwendungsbezogener Elemente und erfahrungsbasierten Lernens Rechnung.

    Mit einem breit gefächerten Lehrangebot informiert GSiK über Grundlagen der Interkulturalität, beleuchtet globale Systeme aus verschiedenen fachlichen Blickwinkeln und gibt Einblicke in (aktuelle) fach- und kulturspezifische Themenbereiche (siehe GSiK-Bereiche).

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