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Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz

Die Kriegsbeute im Römischen Recht

Datum: 27.01.2016, 18:00 - 20:00
Kategorie: Vorträge/Workshops
Ort: Alte Universität - Raum 20 (Ostflügel)
Veranstalter: Jura

Vortrag von Prof. Dr. Stefano Barbati (Universität Cattolica del Sacro Cuore (Mailand))

 

Die bewegliche res hostium gehörte in monarchischer Zeit dem Einzelnen, der sie von den Feinden aufnahm.

Die unbeweglichen Sachen des Feindes wurden dagegen immer römisches Staatseigentum. Die patres, d.h. später der Senat, bestimmte über deren Schicksal.

Im Laufe der Zeit, insb. in der Republik, begann allerdings der Staat Anspruche auch auf die beweglichen Sachen, die zuvor an den Einzelnen fielen, zu erheben. Nach dieser Ansicht wurde die ganz Kriegsbeute als praeda bezeichnet.

Die Quellen zeugen, dass zunächst die beweglichen Kriegsgewinne (praeda) ohne Eigentümer blieben, bis der Feldherr über die Verwendung bestimmte: Sie konnte damit dem Feldherrn, dem Staat, dem einzelnen Soldaten oder den praedae sectores zufallen.

Seit der lex Iulia peculatus (vermutlich aus voraugustinischer Zeit und damit wohl 49-44 v. Chr.) gehörte auch die bewegliche Kriegsbeute dem Staat.

In hoch- und spätklassischer Zeit sprechen sich hingegen Gaius und Paulus wieder für den Privaterwerb des Eigentums an den res hostium aus, so dass sich die Frage stellt, wie der Widerspruch zu erklären ist.

Der Feldherr konnte unter der lex Iulia peculatus jedem Soldaten, der feindliche Sachen aufnimmt, gestatten, diese zu behalten. Diese Genehmigung konnte auch durch regelmäßige Übung konkludent erteilt werden. Dementsprechend wurde wohl später von den Juristen vermutet, dass derjenige, der feindliche Sachen an sich nimmt, diese per occupationem zu Eigentum erworben hatte.

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