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Schatten im Sonnenparadies - Menschenrechte und Tourismus in Sri Lanka

Datum: 20.11.2015, 14:15 - 15:45
Kategorie: Vorträge/Workshops
Ort: Philosophiegebäude - Raum Ü23
Veranstalter: Indologie

Vortrag von Yves Bowie (Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz)

Sri Lanka hat Touristinnen und Touristen viel zu bieten: Kilometerlange Traumstrände, eine bemerkenswerte Pflanzen- und Tierwelt sowie eine bedeutende Kulturgeschichte. Sri Lanka ist aber nicht nur attraktive Ferien-destination. Es ist auch ein Land mit einer blutigen Vergangenheit, einem 26-jährigen Bürgerkrieg zwischen tamilischen und singhalesischen Bevölkerungsgruppen mit 100.000 Toten. Der Krieg ging im Mai 2009 mit einer äußerst brutalen Schlussoffensive zu Ende. Ein im September 2015 veröffentlichter UNO-Bericht zeigt auf, dass es zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen sowie Menschenrechtsverletzungen auf beiden Seiten kam.
Der im Januar 2015 gewählte Präsident Maithripala Sirisena leitete einen Demokratisierungsprozess ein und ging gegen die Korruption im Land vor. So kam es zu einer leichten Verbesserung der Menschenrechtssituati-on. Allerdings kommt es auch unter der neuen Regierung zu staatlich organisierten Entführungen, Folterungen und sexuellem Missbrauch durch das Militär. Die Überwachung der Zivilgesellschaft und die Militarisierung sind weiterhin sehr hoch. Auch werden immer noch Personen aus politischen Gründen verhaftet.
Auch in der Tourismusentwicklung in Sri Lanka kommt es zu Menschenrechtsverletzungen, wie der Bericht «Schatten im Sonnenparadies» vom Februar 2015 der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz (GfbV) auf-zeigt. Fischergemeinschaften wird der Zugang zum Meer eingeschränkt oder gar versperrt. Dies führt dazu, dass Fischer und ihre Familien ihre Existenzgrundlage bereits verloren haben oder in großer Gefahr sind diese zu verlieren. Auch kommt es wegen der touristischen Entwicklung zu Landenteignungen, die Betroffenen wer-den so im eigenen Land zu Intern Vertriebenen. Grundsätzlich profitiert die lokale Bevölkerung kaum vom Tourismus. Nur wenige finden eine Anstellung und das Militär ist im Tourismussektor stark präsent. Es besitzt Hotels im ganzen Land und bietet Aktivitäten wie beispielsweise Walbeobachtungstouren an. So raubt das Militär der Lokalbevölkerung eine wichtige Einkommensquelle.
Yves Bowie ist Sri Lanka-Referent bei der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz. Er war in diesem Jahr zweimal in Sri Lanka und hat einige Binnenflüchtlingslager besucht sowie Workshops für vom Tourismus Be-troffene im Norden und Osten des Landes durchgeführt. In seinem Vortrag geht er auf die gegenwärtige Situa-tion in Sri Lanka und die Menschenrechtsverletzungen durch die Tourismusentwicklung ein und versucht Lö-sungswege aufzuzeigen, wie die Situation der betroffenen Lokalbevölkerung verbessert werden kann.

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